Zahl der Toten steigt weiter
Nach den blutigen Ausschreitungen in der von Uiguren bevölkerten chinesischen Provinz Xinjiang ist die Zahl der Toten auf mehr als 150 angestiegen. Hunderte Menschen wurden festgenommen.
Bei schweren Auseinandersetzungen zwischen muslimischen Uiguren und Sicherheitskräften in der chinesischen Region Xinjiang sind nach offiziellen Angaben 156 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete, wurden gut 700 Menschen nach den Unruhen festgenommen, für die sich Uiguren und chinesische Führung gegenseitig die Schuld gaben. Aus einer zweiten Stadt in Xinjiang wurden Krawalle gemeldet.
Das Staatsfernsehen CCTV strahlte Bilder von den Protesten am Sonntag aus, die blutend am Boden liegende Zivilisten und brennende Fahrzeuge zeigten. Nach offiziellen Angaben waren an den Ausschreitungen in Urumqi, der Hauptstadt der nordwestlichen Region Xinjiang, tausende Menschen beteiligt. Die Autoren des Berichts gaben Uiguren aus dem Ausland die Schuld: "Das war ein ferngesteuerter Vorfall, vom Ausland aus angeführt und angestiftet und hier im Land ausgeführt", sagte ein Kommentator, der damit die offizielle chinesische Position wiedergab.
Die Uiguren in Urumqi hatten nach eigenen Angaben zunächst friedlich demonstriert und Informationen zum Tod zweier uigurischer Fabrikarbeiter gefordert, die Ende Juni in Südchina ums Leben gekommen waren. Nach uigurischen Angaben hatten chinesische Arbeiter ihre uigurischen Kollegen angegriffen. Der Weltkongress der Uiguren gab der chinesischen Führung die alleinige Schuld an den Krawallen und warf Peking Menschenrechtsverletzungen vor. Polizisten hätten mit ihren Fahrzeugen gezielt Demonstranten überrollt, sagte der Vize-Vorsitzende des Kongresses, Asgar Can.
Die Han-Chinesen warfen ihrerseits den Uiguren vor, die Ausschreitungen provoziert zu haben. Die Uiguren hätten Motorradfahrer mit Steinen beworfen, Fahrzeuge umgestürzt und angezündet, sagte eine Han-Chinesin, die die Proteste beobachtete. Die Regionalregierung von Xinjiang erklärte die im Exil lebende Chefin des Uigurischen Weltkongresses, Rebiya Kadeer, zur Anstifterin.
Wie ein Reporter der Agentur AFP in Urumqi beobachtete, riegelten die Sicherheitskräfte am Montag mehrere Viertel ab, in den Straßen waren Sicherheitskräfte mit Maschinengewehr zu sehen. Abends sollte eine Ausgangssperre gelten. Aus Polizeikreisen verlautete, mehr als 20.000 Polizisten, Soldaten und Feuerwehrleute seien nach Urumqi entsandt worden.
Vor der wichtigsten Moschee der Stadt Kashgar in Xinjiang zerstreute die Polizei derweil "mehr als 200 Unruhestifter", die sich dort versammeln wollten wie Xinhua meldete. Die alten Seidenstraßen-Stadt Kashgar liegt etwa 1050 Kilometer südwestlich von Urumqi.
Die US-Regierung äußerte ihr Bedauern über die zahlreichen Opfer der Unruhen. Ein Außenamtssprecher rief alle Seiten zu "Ruhe und Zurückhaltung" auf. Ähnlich hatte sich zuvor bereits UN-Generalsekretär Ban Ki Moon geäußert.
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Dienstag, 7. Juli 2009
Ferienhaus Gran Canaria Kanaren: Unruhen in Westchina
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