Wall Street rutscht ab
Die US-Börsen sind auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Monaten eingebrochen. Grund war die aufkeimende Debatte über die Notwendigkeit eines zweiten Konjunkturpakets.
Die US-Börsen sind auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Monaten eingebrochen. Eine aufkeimende Debatte über die Notwendigkeit eines zweiten Konjunkturpakets der Regierung schürte erneut Sorgen über die Lage der US-Wirtschaft. Zudem äußerten sich viele Anleger vor Beginn der Berichtssaison am Mittwoch skeptisch über die anstehenden Konzernergebnisse. Energietitel wurden vom fallenden Ölpreis nach unten gezogen.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor bis zum Handelsschluss 1,9 Prozent auf 8.163 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 8.154 und 8.326 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 fiel zwei Prozent auf 881 Punkte, den tiefsten Stand seit dem 1. Mai. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 2,3 Prozent auf 1.746 Punkte. Die Spekulationen über neue Konjunkturmaßnahmen und die wachsende Nervosität vor Beginn der US-Bilanzsaison belasteten auch die Kurse in Frankfurt: Der Dax schloss 1,2 Prozent schwächer bei 4598 Punkten.
Eine Beraterin von Präsident Barack Obama heizte die Debatte über weitere Staatshilfen im Kampf gegen die Krise an. Laura D'Andrea Tyson schlug bei einem Seminar in Singapur ein zweites Konjunkturprogramm vor. Die USA sollten für den Notfall weitere Schritte zum Ankurbeln der lahmenden Wirtschaft planen, zumal die Wirtschaft in einem schlechteren Zustand sei als von der Regierung zunächst angenommen. Das Gerede über ein neues Konjunkturprogramm sei ein Vertrauenskiller, sagte Joseph Battipaglia von Stifel Nicolaus. "Das würde bedeuten, dass wir eine Billion Dollar zusätzliche Schulden haben, ohne dass wir dafür etwas vorweisen können."
Die Sorgen der Anleger über einen wachsenden Schuldenberg wurden zudem durch neue Zahlen verstärkt, wonach wegen der stark steigenden Arbeitslosigkeit so viele Amerikaner wie noch nie ihre Kreditkartenschulden nicht rechtzeitig begleichen können. Nach Angaben des US-Bankenverbandes ABA stieg die Ausfallquote im ersten Quartal auf das Rekordniveau von 3,23 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Einführung der Statistik 1974. Die Aktien des Kreditkartenanbieters American Express gaben daraufhin 3,8 Prozent nach.
Der Vertrauensverlust in die konjunkturelle Erholung belastete auch den Ölpreis. Ein Fass US-Leichtöl wurde zu 62,51 Dollar und damit 2,4 Prozent tiefer gehandelt. Zu den größten Verlierern gehörten daher Energietitel: Die Aktien des Ölfelddienstleisters Schlumberger fielen 4,4 Prozent, die Titel von Exxon Mobil um 2,3 Prozent.
Angesichts der bevorstehenden Berichtssaison blieben die Anleger zudem zurückhaltend. "Alle warten auf die Quartalsergebnisse", sagte Marktanalyst Dan Greenhaus von Miller Tabak & Co. "Die Leute wollen sehen, wie die Geschäfte gelaufen sind und was die Unternehmen vom zweiten Halbjahr erwarten." Der Aluminiumkonzern Alcoa wird am Mittwoch traditionell die vierteljährliche Berichtssaison eröffnen. Experten erwarten von dem Dow-Unternehmen den dritten Quartalsverlust in Folge. Die Alcoa-Zahlen würden voraussichtlich noch schlechter als erwartet ausfallen, sagte Battipaglia von Stifel Nicolaus. Die Hoffnungen auf eine schnelle Erholung gingen mangels entsprechender Wirtschaftsdaten zurück. Alcoa-Titel schlossen 1,6 Prozent höher.
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Mittwoch, 8. Juli 2009
Ferienhaus Gran Canaria Kanaren: Konjunktursorgen belasten
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